So werden kalte Füße wieder warm

H. Lawall

Kalte Füße sind oft ein Problem – besonders im Winter, besonders für Frauen. Dicke Socken und feste Schuhe können helfen. Aber was taut Eisfüße langfristig wieder auf? Ein Experte weiß Antworten.

Gegen kalte Füße im Winter hilft ganz einfach ein: warm einpacken. “Für ausreichenden Schutz durch dicke Socken und festes Schuhwerk sorgen, ist die wichtigste Maßnahme”, empfiehlt Holger Lawall, Facharzt im Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Angiologie und Gefäßmedizin.

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Herzinfarkt bei Frauen: Schlechtere Überlebenschancen

C. Diehm

Das Sterblichkeitsrisiko innerhalb des 1. Jahres nach einem Herzinfarkt liegt für Frauen 1,5 mal höher als für Männer. Das haben Ärzte der TU München in einer Studie festgestellt. Ursächlich wird diskutiert, dass Frauen nach einem Herzinfarkt wieder früher „ihren Mann stehen müssten“. Sie müssen schneller wieder funktionieren und sie haben häufiger offenbar Depressionen als Männer. Bekanntlich verschlechtern Depressionen die Prognose nach Herzinfarkten. Die Spezialisten der TU München fordern Hausärzte auf, ihren Patientinnen nach einem Infarkt besonders aufmerksam zu behandeln.

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Frauen haben schlimmere Schlaganfälle/Vorhofflimmern

C. Diehm

Ein Register der österreichischen Schlaganfallkliniken (Stroke Units) zeigen, dass Frauen bei Herzrhythmusstörungen wie Vorhofflimmern schwerere Schlaganfälle bekommen als Männer. Das zeigte die Analyse anhand von 63500 Schlaganfallpatienten. Das weibliche Geschlecht stellt also einen Risikofaktor für die Entwicklung von Hirndurchblutungsstörungen infolge Durchblutungsnot (ischämischer Schlaganfall) dar. Ursächlich wird vermutet, dass Frauen vor dem Schlaganfallereignis seltener gerinnungshemmende Medikamente einnehmen. Da die Blutgefäße bei Frauen generell dünner sind als bei Männern, kommt es offenbar durch Gerinnsel zu Gefäßverschlüssen bereits am Abgang der Hirnschlagadern.

Verstopfte Nase: was hilft?

C. Diehm

Bei Erkältungen und Grippe kommt es häufig zu einer verstopften Nase. Das ist nicht nur tagsüber lästig, sondern auch in der Nacht kann es einem den Schlaf rauben.

Nasensprays und Nasentropfen helfen. Sie haben eine abschwellende Wirkung, aber wenn man sie dauerhaft nimmt, können sie auch massive Nebenwirkungen haben. Sie können die Schleimhäute austrocknen. Dadurch steigt auch die Infektanfälligkeit. Idealerweise sollte man deshalb Nasentropfen verwenden, die Dexpanthinol enthalten. Die Nasenatmung verbessert sich zusehends mit diesen Kombinationspräparaten.

Kaffee fördert nicht die Potenz des Mannes

C. Diehm

Kaffee ist in den letzten Jahren als Risikofaktoren für allerlei Krankheiten rehabilitiert worden. Jetzt wurde in einer Studie untersucht, ob Kaffee einen Einfluss auf die Manneskraft hat. Kaffee enthält gesundheitsfördernde Polyphenole, erhöht den Testosteronspiegel und verbessert auch die Durchblutung in den Arterien des Beckens.

Man sollte glauben, dass sich diese Effekte günstig auf die Erektion auswirken. Ärzte von der Universität Texas in Houston untersuchten anhand einer Studie mit 20000 Teilnehmern in einem mittleren Alter von 62 Jahren die Häufigkeit im Auftreten einer erektilen Dysfunktion/Potenzstörungen. Diese Störungen lagen bei 34%. Eine Assoziation mit der Menge des täglích getrunkenen Kaffees konnte nicht nachgewiesen werden.

Lit.: American Journal Epidemiol. 2017, online

Frühstück macht offenbar Gefäße gesund

C. Diehm

Wer auf das Frühstück verzichtet, riskiert möglicherweise die Entwicklung einer Arteriosklerose. Das ist das Ergebnis einer Studie, die beim amerikanischen Kardiologenkongress JACC 2017 vorgestellt wurde.

Wer das Frühstück am Morgen wegläßt, hat ein 1,5fach erhöhtes Risiko bzw. ein doppelt so hohes Risiko für eine generalisierte Arteriosklerose. Dieser Effekt zeigte sich unabhängig von anderen klassischen Risikofaktoren. Die Studie wurde an über 4000 Teilnehmern durchgeführt. Die Autoren sind der Auffassung, das ein hoher Energiekonsum am Morgen Risikofaktoren für Herzinfarkte und Zuckerkrankheit positiv beeinflussen kann, Kommentatoren geben aber zu bedenken, dass das Weglassen des Frühstücks ein Hinweis auf einen schlechten Lebensstil zeigen könnte.

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Feinstaub macht Streß

C. Diehm

Bei hoher Feinstaubbelastung waren in einer aktuellen Studie die Stresshormone deutlich erhöht. Auch der Blutdruck war höher. Es gab deutlich mehr Hinweise im Organismus für Entzündungsreaktionen. Das erklärt wahrscheinlich das hohe Herz-Kreislauf-Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle bei erhöhter Feinstaubbelastung.

Schlechter Schlaf schädigt das Herz

C.Diehm

Japanische Ärzte haben den Zusammenhang zwischen schlechtem Schlaf und dem Auftreten von Herzinfarkten und Schlaganfällen untersucht. Die Schlafqualität wurde mit einem Fragebogen untersucht, der Effizienz und Dauer dokumentierte. Es zeigte sich, dass bei Ein- und Durchschlafproblemen die Herzinfarktrate und die Schlaganfallrate deutlich erhöht war. Interessanterweise war häufiges Aufwachen sowie kurzer Schlaf und Tagesmüdigkeit nur mit koronarer Herzerkrankung verbunden, nicht mit der Schlaganfallhäufigkeit.

Süßstoffe erhöhen Diabetesrisiko

C. Diehm

Viele meinen, sie würden ihrer Gesundheit mit Süßstoffen etwas Gutes tun. Ärzte der University of Adelaide untersuchten 20 Probanden, die über einen Zeitraum von 2 Wochen konsequent süßstoffhaltige Pillen einnahmen. Aufgrund der Dosierung entsprach das etwa 1,2 bis 1,5 Liter eines künstlich gesüßten Getränkes pro Tag. 20 Kontrollpatienten bekamen zum Vergleich Placebopillen. Die Ergebnisse zeigten, dass bei den süßstoffkonsumierenden Studienteilnehmern deutlich mehr Zucker aufgenommen wurde. Der Unterschied lag bei 20%. Entsprechend waren auch die Blutzuckerwerte im Schnitt um 24% höher. Menschen, die regelmäßig zu „light“-Getränken greifen haben häufiger nach der Mahlzeit höhere Zuckerkonzentrationen. Dadurch wird die Entwicklung eines Typ II-Diabetes klar begünstigt.

FAZIT: Am besten Finger ganz weg von Süßstoffen!

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Fetter Meeresfisch stoppt diabetische Retinopathie

C. Diehm

Bekanntlich führt die Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) häufig zu einer Erkrankung der Netzhaut des Auges. Durch eine spezifische Schädigung der kleinsten Blutgefäße am Auge (Mikroangiopathie) wird die Netzhaut geschädigt.

Spanische Forscher untersuchten jetzt in der PREDIMED-Studie den Einfluss von verschiedenen Diäten auf diese Erkrankung des Augenhintergrundes. Die Studie zeigte, dass über den Untersuchungszeitraum von 6 Jahren die Häufigkeit der Augenhintergrundveränderungen bei Diabetikern durch ausreichend Omega3-Fettsäuren halbiert werden konnten. Die Forscher folgern: „Um die empfohlene Menge an Omega-3-Fettsäuren aufzunehmen, reicht es schon, 2 mal in der Woche fetten Meeresfisch zu essen“.

Vorsicht mit Vitamin B

C. Diehm

In einer jetzt in der internationalen Zeitschrift für klinische Onkologie veröffentlichten Studie über einen Zeitraum von 12 Jahren untersuchten Ärzte die Auswirkung der Einnahme hoher Dosierungen von Vitamin B6 und B12 hinsichtlich des Auftretens von Krebs. Überraschenderweise fand sich in der Gruppe mit diesen B-Vitaminen behandelnden Patienten ein 2-4-fach höheres Lungenkrebsrisiko. Ganz unheilvoll war die Kombination mit Rauchen. In Verbindung mit der Vitamin B-Einnahme war hier das Risiko für Lungenkrebs sogar 4-fach erhöht. Also bitte Vorsicht mit unkontrollierten Einnahmen von B-Vitaminen. Sprechen Sie die Einnahme von Nahrungsergänzungsmittel immer mit Ihrem Hausarzt ab.

Bild Nüsse

Nüsse sind gesund

C. Diehm

Als regelmäßiger Bestandteil unserer Ernährung haben Nüsse eindeutig günstige Effekte. Das gilt für die Arterioskleroseentstehung sowie für Herzinfarkt und Schlaganfall. Jetzt hat sich aber auch gezeigt, dass das Auswirkungen hat auf die Prognose von Darmkrebs-Patienten. Eine Studie des Onkologen Fadelut et. al. zeigte, dass, wer mehr als 2 Portionen Nüsse pro Woche aß, ein um 42% verringertes Risiko für eine erneute Krebserkrankung hatte. Zudem zeigte sich bei den „Nuß-Essern“ eine 57% höhere Wahrscheinlichkeit für das Gesamtüberleben.

Wichtig: die Effekte zeigten sich nur bei Baumnüssen wie Hasel-,Walnüssen, Mandeln, Cashew-Kernen, Pekan-Nüssen, Erdnüsse und Erdnussprodukte hatten keinen so günstigen Effekt gezeigt.

Diabetiker müssen gar kein Idealgewicht haben

C. Diehm

Eine neue Metaanalyse von zusammengefaßten 20 Studien an etwa 250016 Patienten zeigt, dass die Gesamtsterblichkeit bei Diabetikern bei einem Body-Maß-Index (BMI) von 25-30 signifikant um 18% geringer war als bei normalgewichtigen Patienten. Bei Adipositas/Fettleibigkeit (BMI über 30 Kg/m2) lag nur bei älteren Patienten eine 31%ige Reduktion der Gesamtsterblichkeit vor. Die Autoren fordern weitere Studien  zu dieser Thematik, zumal Faktoren wie körperliche Aktivität oder Verteilung des Körperfettes bei dieser Untersuchung nicht berücksichtigt wurde.

Heiserkeit vorbeugen

C. Diehm

Wenn Heiserkeit mal mehr als 2-3 Wochen anhält, sollten Kehlkopf und Stimmbänder unbedingt vom Hals-Nasen-Ohren-Arzt untersucht werden. Meist sind Virusinfekte die Ursache. Besonders lästig für Menschen, die viel sprechen müssen. Auch Stress und Staub kann zur Heiserkeit führen.

Was kann man prophylaktisch tun?

Die Stimmbänder sollten feucht gehalten werden. Naturmedizinisch z.B. mit Salbei oder ätherischen Ölen und mit Salz. Es gibt auch spezielle Halstabletten (z.B. GeloRevoice®). Es handelt sich dabei um einen Hydrogel-Wirkstoffkomplex mit Hyaluronsäure.

Vitamin D-Mangel

C. Diehm

Ob ein Vitamin D-Mangel vorliegt oder nicht, zeigt sich am Blutspiegel des 25(OH)D-Wertes. Experten haben keinen Zweifel daran, dass eine ausreichende Vitamin D-Versorgung in der Bevölkerung in Deutschland alleine durch den Konsum von Vitamin D-reicher Nahrung und regelmäßigem Sonnenlicht kaum geschafft werden kann. Der Durchschnittsdeutsche hat am Ende der Wintermonate in aller Regel einen ausgeprägten Vitamin D-Mangel.

Wenn die gefundenen Spiegel im Blut sehr niedrig sein sollten, wird heute empfohlen, dass man 100.000 IE als Initialdosis genommen wird, um die leeren Speicher aufzufüllen. Die Langzeit-Behandlung sieht dann so aus, dass 800 IE/Tag empfehlenswert sind bzw. 20-25000 IE pro Monat. Wenn die Vitamin D-Spiegel anfangs sehr niedrig waren, empfiehlt sich eine Kontrolle nach Ablauf von 6 Monaten.   Als Normalwert sehen wir heute einen Spiegel von 30 ng/ml an. Das wird als optimaler Wert angesehen.

„Blutverdünnung“ bei Beinvenenthrombose

C. Diehm

Ein halbes Jahr reicht oft nicht

In der Vergangenheit mussten Patienten mit einer akuten Thrombose oder einer Lungenembolie in den ersten Tagen mit einer „Bauchspritze“ (niedermolekulares Heparin) behandelt werden. Im Anschluss erfolgte eine Therapie mit sogenannten Vitamin-K-Antagonisten für 3-6 Monate.

Neuerdings können „Thrombose-Patienten“ und auch Patienten mit einer Lungenembolie mit modernen, neuen Gerinnungshemmern behandelt werden, die viele Nachteile der alten Gerinnungshemmer wie Marcumar nicht mehr haben.

Man muss keine regelmäßigen Kontrollen der Blutgerinnung durchführen. Es gibt keine Interaktionen mehr mit Nahrungsmittel.

Auch das Überbrücken von blutigen Eingriffen unter der gerinnungshemmenden Therapie ist deutlich einfacher geworden.

Die Erfahrungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass die Thrombose in den Beckenvenen (hochsitzende Thrombose) und die Lungenembolie, das höchste Risiko für erneut auftretende Gerinnselbildung haben.

Eine neue Studie hat jetzt gezeigt, das „Thrombosepatienten“ erheblich davon profitieren, wenn sie mit dem neuen Medikament nicht 6 Monate, sondern 12 Monate lang behandelt werden. Die Thromboserate konnte durch die Verlängerung der Therapie von 9,3% auf 2,3% gesenkt werden. Erfreulicherweise traten durch die Verlängerung der gerinnungshemmenden Behandlung nicht mehr Blutungskomplikationen auf.

Herzrisiko – Stehen genauso schlecht wie sitzen

C. Diehm

Eine neue kanadische Studie an 7320 zu Beginn der Untersuchung herzgesunden Beschäftigten ergab, dass Stehen im Beruf für das Herz noch ungünstiger zu sein scheint als das Sitzen.

Im Laufe von einem Jahr traten bei 3,4% der Studienteilnehmer eine Herzkrankheit auf (Herzinfarkt oder Herzleistungsschwäche). Wenn man sitzende Tätigkeit mit stehender Tätigkeit vergleicht, dann war beim Stehen das Herzrisiko doppelt so hoch. Was sich dagegen sehr günstig auswirkte, war ein Wechsel von Stehen, Sitzen und Gehen während der Arbeit. Eine solche Kombination halbiert das Herzrisiko, wie jetzt in der amerikanischen Zeitschrift für Epidemiologie zu lesen war.

Ibuprofen erhöht Blutdruck

C. Diehm

Das antientzündlich wirkende Schmerzmittel Ibuprofen bekommt man in der Apotheke ohne Rezept. Man muss aber bedenken, dass dieses Medikament den Blutdruck deutlich erhöhen kann.

Wir wissen, dass diese Medikamentengruppe der nicht steroidalen Antirheumatika das Herzinfarktrisiko erhöht und möglicherweise spielt dabei ein blutdruckerhöhender Effekt dieser Medikamente eine Rolle. Eine jetzt veröffentlichte Klinikstudie zeigte, dass Ibuprofen den 24-Stunden-Blutdruck um 4mmHg erhöht. Diese Tatsache muss natürlich auch bei der Bluthochdruckbehandlung berücksichtigt werden.

Stretching vor dem Training sinnvoll?

C. Diehm

Amateursportler und Profis machen Stretching häufig vor sportlich muskulären Belastungen, weil sie der Auffassung sind, dadurch Muskelkrämpfen vorzubeugen. Eine aktuelle Studie zeigte jetzt, dass Dehnungsübungen zwar den Bewegungsumfang von Gelenken verbessern können, muskuläre Krämpfe können aber durch Stretching bzw. Dehnübungen nicht verhindert werden.

Warum sterben mehr Frauen an einem Herzinfarkt als Männer?

C. Diehm

In Deutschland wird fast jeder vierte Todesfall durch ein krankes Herz verursacht. Das sind 208000 Herztote pro Jahr. Zum Vergleich: im Straßenverkehr sterben täglich 3214 Menschen

Dabei sind entgegen der gängigen Meinung Frauen häufiger betroffen als Männer. 2014 starben etwa 97000 Männer an einem Herzproblem und rund 111000. Der Grund dafür ist ziemlich heimtückisch. Bei einem Herzinfarkt zeigen Männer meist die klassischen Symptome wie heftige Schmerzen, die häufig in den linken Arm strahlen, ein Engegefühl in der Brust, Schweißausbrüche, eine fahle Gesichtshaut. Frauen dagegen leiden unter Übelkeit, Brechreiz oder Schmerzen im Oberbauch. Frauen legen sich dann ins Bett und glauben, sie hätten etwas Falsches gegessen. Im Schnitt ruft eine Frau 45 Minuten später den Arzt als ein Mann. Sie verliert also wichtige Zeit. Noch dazu haben sie kleinere Herzkranzgefäße – beim Katheter ist das Risiko einer Komplikation daher größer.

Alkohol und Herz – Freund oder Feind?

C. Diehm

Hier gilt wie bei Vielem: Die richtige Dosis macht das Gift! Aus rein kardiologischer Sicht wären für einen Mann zwei Gläser Wein am Tag sogar empfehlenswert. Für eine Frau gilt: ein Drink. Die Inhaltsstoffe des Rotweins haben eine schützende Wirkung auf den Herzmuskel, können die Verkalkung der Blutgefäße verhindern oder sogar hohe Cholesterinwerte senken. Aber: Wer chronisch und größere Mengen trinkt, erhöht sein Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden. Bereits nach 3 Monaten regelmäßigem Alkoholkonsum ist der Blutdruck deutlich erhöht! Allerdings darf man natürlich nicht nur aufs Herz schauen: Onkologen warnen davor, dass jeder Tropfen Alkohol das Krebsrisiko deutlich erhöht!

Wie messen Sie den Blutdruck richtig?

C. Diehm

Ich sage Ihnen mal, worauf Sie achten sollten: Der Blutdruck sollte grundsätzlich am Oberarm gemessen werden. Idealerweise beidseitig. Dabei gilt: Der höhere Wert zählt! Wichtig ist auch, zu verschiedenen Tageszeiten zu messen. 24 Stunden-Messungen sind ideal. Und damit wissen Sie jetzt schon mehr als viele ihrer Hausärzte. Auch Blutdruckmessungen im Rahmen eines Belastungs-EKGs geben Aufschluss, ob ein erhöhter Blutdruck vorliegt.

Bluthochdruck ist eine Volkskrankheit. Etwa 25 Millionen Menschen sind in unserem Land betroffen – bei den +ber 65jährige sogar jeder Zweite…Die meisten allerdings, ohne es zu wissen. Denn das Fatale ist: Ein Bluthochdruck verursacht zunächst keine Beschwerden. Nur jeder zweite weiß überhaupt von seiner Erkrankung. Und bei denen, die in Behandlung sind, verbessern sich trotzdem nur bei der Hälfte die Werte. Neulich kam zum Beispiel ein Lehrer zu mir und sagte: „Nach den 100 Tabletten, die Sie mir verschrieben haben, ging es mir kurzzeitig besser. Aber danach haben sich meine Werte wieder verschlechtert“. Viele verstehen einfach nicht, dass eine Blutdruckbehandlung dauerhaft stattfinden muss. Also: Medikamente nicht ausgehen lassen.

Warum ist Bauchfett so schädlich?

Der BMI hat ausgedient. Stattdessen sagen wir: Ein Mann mit einem Bauchumfang ab 102 cm gilt für uns als Risikopatient und eine Frau mit 88 cm. Entscheidend für die Herzgesundheit ist nur das Bauchfett. Der Gesamtkörperfettanteil spielt keine entscheidende Rolle. In diesem Punkt sind Männer benachteiligt. Frauen haben eher birnenförmige, Männer dagegen apfelartige Figuren mit viel Bauchfett. Dieses Fett sendet gefährliche Hormone aus, durch die sich die Gefäße zusammenziehen. Außerdem erhöhen diese Fettgewebshormone die Klebrigkeit der Blutplättchen, was zu Thromben führen kann. Dadurch belastet männliches Übergewicht das Herz stärker als weibliches.

Wieso schützt eine Grippeimpfung auch Herzkrankheiten?

Nehmen wir eine Gruppe von 1000 70-Jährigen: 500 lassen sich impfen, 500 nicht. Von den Ungeimpften erleiden 40 % mehr Personen Schlaganfälle oder Herzinfarkte. Der Grund dafür: Jeder Infekt im Körper belastet unser Herz. Deshalb haben Menschen mit chronisch entzündlichen Erkrankungen wie Rheuma auch häufige Gefäßprobleme. Grippeschutzimpfungen schützen deshalb indirekt auch unser Herz.

Ebenso ist es übrigens auch mit der Zahngesundheit: Eine gute Zahnpflege schützt unser Herz! Wissenschaftler gehen davon aus, dass ungefähr die Hälfte der Menschen ab 30 unter einer chronischen Parodontitis, also unter einer chronischen Entzündung des Zahnhalteapparates leiden. In einer großen schwedischen Studie hat sich gezeigt, dass Menschen mit einem ersten Herzinfarkt in 43% der Fälle Parodontitis aufweisen. Deshalb sollten Zahnärzte ihre Patienten mit chronischen Zahnentzündungen auch unverzüglich zum Kardiologen schicken!

Wie können wir unsere Gefäße außerdem gesund erhalten?

Risikofaktoren wie Rauchen, Diabetes, Bluthochdruck, Übergewicht und Fettstoffwechselstörungen sollten vermieden bzw. behandelt werden. Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Aminosäure Arginin. Sie wird in der Gefäßwand in einen Botenstoff umgewandelt, der die Schlagadern weitet und den Blutdruck reguliert. Eine ausreichende Versorgung ist entscheidend, um Durchblutungsstörungen vorzubeugen. Gute Lieferanten sind Kürbiskerne, Mandeln, Hülsenfrüchte, Fisch, Eier und Milch. Bei Stress oder einer Ernährung mit viel Fast Food reicht die Zufuhr häufig nicht aus. Hier ist eine Kombination aus Arginin und den Vitaminen B6, B12 und Folsäure sinnvoll (z.B. in Telcor Arginin plus, rezeptfrei, Apo.). Studienergebnisse zeigen, dass eine regelmäßige Einnahme die Gefäßfunktion schon nach 3 Monaten deutlich verbessert.